Peeling a freshly printed orange pixel pelican off the inked blox

Drucken zu Hause: So fängst du an (und machst deinen ersten Druck)

Du suchst ein kreatives Hobby ohne Bildschirm, ohne teure Maschine und ohne Atelier? Dann probier das Drucken aus. Mit ein paar einfachen Materialien und einem Küchentisch machst du zu Hause echte Drucke, und dein erster ist in etwa einer halben Stunde fertig.

In dieser Anleitung erfährst du, was Druckgrafik ist, welche Techniken zu Hause funktionieren, was du brauchst und wie du deinen ersten Druck machst, Schritt für Schritt und mit einem Foto zu jedem Schritt.

Was ist Druckgrafik?

Beim Drucken gestaltest du ein Bild auf einer Oberfläche und überträgst es auf Papier. Statt auf das Blatt zu zeichnen, arbeitest du auf einem Druckstock oder einer Platte, trägst Farbe auf und drückst Papier darauf. Der Druck kommt spiegelverkehrt heraus, mit der Struktur und den kleinen Unregelmäßigkeiten, die jeden Druck ein bisschen anders machen.

Drucken kannst du mit fast allem: Holz, Linoleum, Moosgummi, Pappe, Glas, sogar mit Blättern oder einer halben Zitrone. Jahrhundertelang wurden Bilder und Bücher durch Drucken vervielfältigt. Heute geht es um den Prozess selbst und um den Moment, in dem du das Papier abziehst und siehst, was zum Vorschein kommt.

Drucktechniken, die du zu Hause ausprobieren kannst

  • Hochdruck (Blockdruck). Färbe die erhabenen Stellen einer Oberfläche ein und drück sie auf Papier. Moosgummi, Pappe, Stempel, geschnittenes Linoleum oder Bausteine funktionieren alle, und quadratische Steine passen perfekt zu Pixel-Art. Das Ergebnis ist kräftig und grafisch, und es ist der einfachste Einstieg.
  • Monotypie. Roll oder mal Farbe auf eine glatte Fläche wie Glas oder Acryl, zeichne hinein und drück Papier darauf. Von jedem Motiv bekommst du nur einen Druck.
  • Siebdruck. Drück Farbe durch ein feines Sieb mit einer Papierschablone. Gut für Stoffbeutel und T-Shirts, braucht aber mehr Ausrüstung.
  • Buchdruck. Drucken mit Buchstaben, ob mit Stempeln, Moosgummibuchstaben oder Lettern. Denk daran, dass der Druck spiegelverkehrt ist, Text muss also seitenverkehrt gesetzt werden.

Was brauchst du? (Keine Presse nötig)

Viele denken, zum Drucken braucht man eine schwere Presse. Stimmt nicht. Druck mit der Hand funktioniert sehr gut, und seit Jahrhunderten nehmen Druckerinnen und Drucker dafür die Rückseite eines Holzlöffels. Für zu Hause brauchst du:

  • eine Druckfläche: geschnittenes Linoleum, Moosgummi oder Steine, mit denen du bauen kannst
  • Druckfarbe: wasserbasierte Hochdruckfarbe lässt sich am leichtesten reinigen
  • eine Farbwalze und eine glatte Platte, auf der du die Farbe ausrollst
  • Papier
  • Anpressdruck: deine Hände, ein Löffel oder ein sauberes Nudelholz

Dein erster Druck, Schritt für Schritt

Für dieses Beispiel haben wir das inkBlox Starter Kit verwendet, ein Pixel-Art-Druckset, bei dem du das Bild aus kleinen Bausteinen auf einer Grundplatte baust, statt es zu schnitzen. Die Schritte sind bei jedem Hochdruck gleich.

Das geöffnete inkBlox Starter Kit auf einem Gartentisch

1. Gestalte dein Bild

Fang einfach an: ein Tier, ein Herz oder ein Buchstabe als kleines Pixel-Art-Motiv. Zeichne es auf Karopapier oder gestalte es in der kostenlosen inkBlox App. Ein Druck ist das Spiegelbild des Druckstocks, also spiegle dein Design, bevor du es baust. Die Spiegelvorschau der App übernimmt das für dich. Bei einem Bild ohne Text kannst du das Design auch überspringen und direkt auf der Grundplatte bauen.

2. Bau das Design

Drück die Bausteine nach deinem gespiegelten Design auf die Grundplatte. In diesem Schritt kannst du noch alles ändern: Sitzt ein Baustein an der falschen Stelle, heb ihn mit dem blox-Entferner ab und setz ihn um.

Kleine rote Bausteine werden auf eine gelbe Grundplatte gesetzt, um ein Pixel-Design zu bauen

3. Roll die Farbe aus

Gib eine Linie Druckfarbe auf die Plexiglasplatte und roll sie mit langen Zügen in eine Richtung aus, nicht hin und her, bis du eine glatte, gleichmäßige Schicht hast. Du kannst auch zwei Farben nebeneinander auftragen, für einen Farbverlauf.

Gelbe und magentafarbene Druckfarbe werden mit einer Farbwalze nebeneinander ausgerollt

4. Färbe die Steine ein

Roll die Farbe über alle Bausteine. Drück fest auf, damit die Walze jeden Stein erreicht, auch die kleinen am Rand. Landet Farbe irgendwo, wo du sie nicht haben willst, wisch sie vor dem Drucken mit einem Taschentuch weg.

Orange Druckfarbe wird über einen Pixel-Pelikan aus Bausteinen gerollt

5. Leg das Papier auf

Leg zuerst eine Kante des Papiers auf und halte sie fest, damit nichts verrutscht, sobald das Papier die Farbe berührt. Senk dann langsam den Rest ab, bis es flach aufliegt.

Ein Blatt Papier wird mit einer Kante zuerst auf die eingefärbten Bausteine gelegt

6. Andrücken

Drück das Papier mit Händen und Fingerspitzen auf die Bausteine. Mehr Druck ist besser: Jeder Stein muss das Papier berühren. Helle Stellen im Druck bedeuten meist, dass eine Ecke zu wenig Druck abbekommen hat.

Das Papier wird von Hand auf die eingefärbten Bausteine gedrückt

7. Zieh das Papier ab

Der schönste Teil. Zieh das Papier langsam von einer Seite her ab und sieh zu, wie deine Pixel-Art auf dem Papier erscheint. (Film es. Das machen alle.)

Das Papier wird abgezogen und ein oranger Pixel-Pelikan kommt zum Vorschein

Lass den Druck flach liegend trocknen. Spül dann Bausteine, Grundplatte, Walze und Platte mit Wasser und etwas Spülmittel ab; die Farbe ist wasserbasiert. Deine Steine sind bereit für das nächste Design oder für einen weiteren Druck vom selben.

Der fertige Pelikan-Druck im Rahmen, mit dem handgeschriebenen Titel Yes, you pelican!

Pelikan-Druck, gestaltet und gedruckt von Eric aus dem inkBlox-Team.

Alles für deinen ersten Druck in einer Box. Das inkBlox Starter Kit enthält eine Grundplatte, 700 Bausteine in fünf Formen, fünf Schmincke-Druckfarben, eine Farbwalze und eine Platte zum Ausrollen der Farbe. Kein Schnitzen, keine Presse. Zum Kit (74,50 €) →

Tipps für Anfänger

  • Fang mit einer Farbe an und mit einem kleinen, einfachen Design.
  • Lass dich von Pixel-Art inspirieren. Pixel-Art und Kreuzstichmuster sind schon auf einem Raster gezeichnet und lassen sich deshalb leicht in ein Design aus Steinen umsetzen.
  • Nimm weniger Farbe, als du denkst. Zu viel Farbe füllt die Zwischenräume und lässt die Kanten verschwimmen. Sieht der Druck klecksig aus, roll die Farbe dünner aus.
  • Probier verschiedene Papiere aus. Dünnes, leicht strukturiertes Papier nimmt die Farbe oft besser an als dicker Karton. Jedes Papier ergibt ein anderes Ergebnis.
  • Druck mehr als einmal. Der zweite oder dritte Druck wird meist besser als der erste, weil die Steine die Farbe dann gleichmäßig annehmen.
  • Markier die Ecken deines Druckstocks auf dem Papier, wenn du später eine zweite Farbe hinzufügen willst, damit die Schichten genau übereinanderliegen.

Warum sich Drucken lohnt

Drucken ist auf gute Art langsam. Farbe ausrollen, Papier andrücken und einen Druck abziehen holt dich weg vom Bildschirm und zurück zu deinen Händen. Das passt für einen Abend allein genauso wie für ein Familienprojekt am Küchentisch. Und weil der Druckstock gebaut statt geschnitzt wird, braucht es kein scharfes Werkzeug: Kinder können jeden Schritt selbst machen, und wer Pixel-Art sowieso liebt, muss selten überzeugt werden.

Neugierig, woher diese Art zu drucken kommt? Lies, wie Künstler angefangen haben, mit Bausteinen zu drucken.

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